Liebe Leserin, lieber Leser,

willkommen auf dezembra.de. Mein Name ist Anne Zegelman, ich bin Journalistin und Autorin des Lifestyle-Romans „Frankfurt liebt dich!“ (Societäts-Verlag, 2014). Auf dieser Webseite gibt es Informationen über meine Gedichte, Kurzgeschichten und Artikel – und über Bücher, die ich gelesen und geliebt habe.

Außerdem erzähle ich im Blog von meinem Alltag als Berufsschreiberin: Mal auf der Bühne, mal im Publikum – aber immer mit einem Stift in der Hand.

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++ Update 8. Dezember 2016: Bitte beachten – in den nächsten Wochen könnte es zu Problemen kommen, weil meine Domain dezembra.de den Host wechselt. Den Blog erreicht Ihr aber nach wie vor unter der Langadresse www.dezembra.wordpress.com. ++

Bücherblog: Geschichten über die russische Seele

Meine Mutter ihre Katze und der Staubsauger von Wladimir Kaminer

Gastbeitrag von Anne Bäurle
Erschienen in der Ärzte Zeitung am 2. Dezember 2016

Wladimir Kaminer wurde 1967 in Moskau geboren und lebt seit 1990 in Berlin. Er selbst bezeichnet sich „privat als Russen, beruflich als deutschen Schriftsteller“. Und besser könnte man ihn tatsächlich nicht beschreiben.

In seinen 33 Kurzgeschichten über die russischen Eigenheiten seiner Mutter entwickelt Kaminer einen Sprachwitz, der mich an mancher Stelle laut hat lachen lassen – und an anderer Stelle zum Nachdenken gebracht hat. So vergleicht er in seiner Kurzgeschichte „Kochen für den Frieden“ – es geht um ein „gefiltes Huhn“, das seine Mutter ihm zum Geburtstag kochen will – die ehemalige Sowjetunion mit einem längst ausgenommenen Huhn, in das Russland die mittlerweile unabhängigen Sowjetrepubliken mit aller Macht zurückstopfen will. Dabei besage schon ein altes russisches Sprichwort: „Gehacktes kann man nicht rückwärts drehen, aus einer Bulette wird kein Rind entstehen.“

Wladimir Kaminer: „Meine Mutter, ihre Katze und der Staubsauger“; Manhattan 2016; 256 Seiten, 17,99 Euro, ISBN: 978-3-442-54759-3


Übrigens, eine Buchbesprechung zu Kaminers großartigem Buch „Ich bin kein Berliner“ findet Ihr hier.

Bücherblog: Der Neue von Paulo Coelho

paulo-coelho-die-spioninGastbeitrag von Jana Kötter
Erschienen in der Ärzte Zeitung am 2. Dezember 2016

Exzentrische Künstlerin, exotische Nackttänzerin, bekannte Spionin: Mata Hari erfüllt viele Rollen. 1917 wurde sie in Frankreich zum Tode verurteilt – wegen Doppelspionage und Hochverrat. Ihr vielleicht größtes Verbrechen war jedoch, in einer von Männern beherrschten Welt eine emanzipierte, unabhängige Frau zu sein. Es ist eine Lebensgeschichte, die fesselt: Bis heute liefert sie Stoff für über 250 Bücher, Filme und Theaterstücke.

Bestsellerautor Paulo Coelho wagt nun ein Novum: In einem frei erfundenen Brief aus dem Gefängnis kommt die schillernde Persönlichkeit bei ihm selbst zu Wort. Gestützt auf inzwischen zugängliche Geheimakten, in seiner schnörkellos-fesselnden Sprache, zeichnet er das intime Porträt einer Frau, die ihrer Zeit in vielen Dingen voraus war. Ein Kunststück, das Leser zum „Mata-Hari-Jahr“ 2017 mit ihrem 100. Todestag in den Körper, vor allem aber in Kopf und Herz Mata Haris hineinversetzt.

Paulo Coelho: „Die Spionin“, Diogenes Verlag 2016, 181 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3257069778.